Kein Klischee

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Wer reist, kann auch enttäuscht werden. Oft liegt das daran, dass Orte oder Sehenswürdigkeiten nicht dem Bild entsprechen, das man im Kopf hat. In Schweden ist das zum Glück nicht so. Dabei muss sich das größte Land Skandinaviens besonders anstrengen, denn bei uns kursiert besonders viel Halbwissen über die Heimat von IKEA, ABBA und Pippi Langstrumpf. Viele der Vorurteile haben allerdings einen wahren Kern.

Pippi Langstrumpf

Zum Beispiel haben sich die Schweden ein Stück Bullerbü bewahrt. Zwar sind viele von ihnen in die Städte gezogen, wo sie natürlich nicht in roten Holzhäuschen wohnen, sondern in mehrgeschossigen Betonbauten. Ihre Kinder spielen auch lieber mit dem Computer als an der frischen Luft. Doch man kann das Sehnsuchtsland aus Astrid Lindgrens Büchern und den darauf basierenden Filmen an vielen Orten entdecken.

Schnell fündig werde ich immer in Lindgrens Heimatregion, dem südschwedischen Småland. Jönköping ist ein guter Startpunkt für die Erkundung der Naturidylle, die zu 50 Prozent aus Wald besteht und zahlreiche Seen beherbergt. Die größte Stadt Smålands wirkt trotz seiner 90.000 Einwohner ganz putzig und gibt mit dem im Stadsparken gelegenen Freilichtmuseum einen kleinen Vorgeschmack auf umliegende Ortschaften wie Eksjö, Schwedens bestbewahrte Holzstadt, und Gränna, das für seine Zuckerstangen bekannt ist.

Eksjö Holzstadt

Natürlich lohnt es sich auch, Lindgrens Elternhaus Näs einen Besuch abzustatten, um beispielsweise den echten Limonadenbaum zu sehen. Allerdings muss man sich darauf einstellen, dass vor allem im Hochsommer ziemlich viele andere Pippi-Fans die selbe Idee haben. Noch viel mehr Trubel und jede Menge Spaß bietet der Vergnügungspark „Astrid Lindgrens Welt“ in Vimmerby, wo unter anderem die Villa Kunterbunt, die Mattisburg und Karlssons Dach besichtigt werden können.

Aber die schönsten Funde habe ich immer etwas abseits der touristischen Trampelpfade gemacht. Grundsätzlich gilt es, die Augen offen zu halten und sich überraschen zu lassen. Am liebsten erkunde ich die Region mit dem Fahrrad oder mit dem Auto, damit Gelegenheiten zum Abbiegen oder Anhalten nicht ungenutzt verstreichen müssen. Und solche Gelegenheiten gibt es reichlich!

Country Road

Im besten Fall stößt man dann am heißesten Tag des Jahres auf einen verwunschenen See und gönnt sich nach einem erfrischenden Bad im nächsten Dorf ein Eis. Bei der Weiterfahrt erblickt man am Straßenrand einen Wegweiser zu einem kleinen Museum, das in keinem Reiseführer verzeichnet ist. Und schließlich begegnet man einem Elch, der neben der Straße stolziert und sich auch durch den Fotoapparat nicht aus der Ruhe bringen lässt.

Moose 

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